Politische Bildung

Politische Bildung im KönzgenHaus

Angebote für Fortbildungen und Veranstaltungen

Die Heimvolkshochschule ist ein Ort der politischen Bildung, gleichzeitig ein Ort der Begegnung und Gemeinschaft. Sie bietet Strukturen, die gemeinschaftliches Handeln, das Miteinanderlernen und Bildungsprozesse über das Kursgeschehen hinaus ermöglichen.

Diskussion und Auseinandersetzung schließen nicht mit dem Ende des Seminartags ab, sie gehen über in gemeinschaftlich gestaltete Freizeit, werden erleb- und greifbar.
Ansetzend am Erfahrungswissen der Teilnehmer*innen, werden Zusammenhänge aufgezeigt und Handlung möglich. Das spiegelt sich auch im Dreischritt Sehen – Urteilen – Handeln wider.

Im KönzgenHaus ist politische Bildung die Verknüpfung von Engagement, Bildung und Begegnung. Genauso wie Demokratie mehr ist als eine Staatsform und Partizipation
mehr ist als der Wahlgang.

Die Begegnung miteinander, das Aushandeln in Gemeinschaft, Bildung von Konsens und Kompromiss, das Aushalten von Verschiedenheit und das Erleben von Gruppenprozessen sind Basis für das Erlernen von Demokratie und für zivilgesellschaftliches Engagement.


Damit Gerechtigkeit wächst – Nachhaltig arbeiten – Überleben auf dem Land

05. bis 06. Dezember 2020

Überall auf der Welt spitzt sich die Frage zu, wie wirtschaftliches Handeln und ein gutes Leben gerecht und nachhaltig gelingen können.

Brasilien im Fokus

In unserer diesjährigen entwicklungspolitischen Tagung wollen wir den Fokus auf Brasilien richten. Hier besonders auf die Folgen des Einsatzes von Großtechnologien im Energie- und Bergbausektor.

Die politischen Verwerfungen haben eine neue Eskalationsstufe erreicht. Nicht erst seit der brasilianische Präsident Bolsonaro unrühmliche Schlagzeilen produziert. Dahinter liegende Themen und Strukturfragen korrelieren mit Entwicklungen, die wir auch in Deutschland und Europa sehen. Umstrittene Technologien wie Steinkohlekraftwerke oder Braunkohleabbau inkl. Umsiedlungsprogrammen gibt es auch hierzulande.

Unsere Tagung wird inspiriert und befeuert durch interessante, mutige Referenten*innen aus dem Umfeld sozialer und kirchlicher Bewegungen in Deutschland und Brasilien.

Programm am Samstag, 05. Dezember 2020

11:00 Uhr: Begrüßung und Einführung
Die SDG´s als Orientierung und Maßstab der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit
Norbert Jansen, Geschäftsführer des KönzgenHauses

11:15 Uhr: „O Brasil nao e para principantes“
Brasilien ist nicht(s) für Anfänger
Nachhaltigkeit und die Komplexität der brasilianischen Wirklichkeit
Vortrag und Diskussion im Plenum
Norbert Bolte, Brasilien-Referent bei Adveniat

14:00 bis 15:30 Uhr: Überleben auf dem Land
Großtechnologie und die Staudamm-Katastrophe von Brumadinho/Brasilien.
Frei Rodrigo Péret OFM, Mitglied im Netzwerk „Kirche und Bergbau“
Marina Oliveira, Pastorale Arbeit und Trauerbegleitung, beide Erzbistum Belo Horizonte/Brasilien

15:45 bis 17:15 Uhr: Überleben und Widerstand
Soziale Bewegungen und die Rolle von Theologie, Pastoral, Kirche und Politik.
Beispiele und Reflexionen aus Deutschland
Dr. Julia Lis. Institut für Theologie und Politik, Münster

17:30 Uhr: Arbeitsgruppen zur Diskussion und Vertiefung der Themen

18:30 Uhr: Abendessen

im Anschluss:
Anschließend informeller Austausch der Teilnehmer*innen sowie der Mitglieder der Brasilien-Initiativgruppen und-Partnerschaftsgruppen

Programm am Sonntag, 06. Dezember 2020

9:00 bis 10:30 Uhr und 10:45 bis 12:15 Uhr: Welt-Café der beteiligten Initiativgruppen sowie Einzelteilnehmer
Konfrontation der eigenen Praxis mit den Inhalten und der Diskussion vom Vortag
Roundtable-Gespräch und Bündelung
Moderation: Norbert Jansen und Wilfried Wienen

12:15 bis 12.45 Uhr: Gottesdienst als Angebot

12:45 bis 13:30 Uhr: Pause und Mittagessen

13:30 bis 15.00 Uhr: Zusammenfassung der Tagungsergebnisse und Perspektiven
für die eigene Praxis vor Ort. Impulse zum individuellen und gemeinsamen Handeln für Gerechtigkeit
Input - moderierte Plenumsdiskussion - Reflexionen - Ausblick
Referent: Norbert Jansen

Die Tagung wird durchgeführt in Kooperation mit der Bischöflichen Aktion Adveniat, der KAB Deutschlands sowie dem Weltnotwerk der KAB. Sie ist gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL, im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung


Kosten

Tagungsbeitrag inkl. Verpflegung und Übernachtung:
50€ im Doppelzimmer, 60€ im Einzelzimmer

Anmeldung

Nutzen Sie unser Anmeldeformular und melden Sie sich für die Veranstaltung an.

 

Detailliertes Programm als pdf

Anmeldung zur Entwicklungspolitischen Fachtagung 2020 im KönzgenHaus

(Mehr Informationen hierzu finden Sie über die Menübutton AGB und Datenschutz im Seitenfuß)

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Unwürdige Arbeitsverhältnisse - Der Fall der Fleischindustrie_

Vortrags- und Diskussionsabend

mit den Referenten Pfarrer Peter Kossen und Helge Adolphs (Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten - NGG)

Ob in den Schlachtbetrieben der Fleischindustrie, in der Bauindustrie oder in der Landwirtschaft, im Versandhandel oder in der Pflegebranche – die prekären Arbeitsverhältnisse und unzumutbaren Arbeitsbedingungen sind ein Skandal.

In der Veranstaltungsreihe (Un-)Würdige Arbeit wollen wir uns bei der ersten Veranstaltung mit den Verhältnissen in der Fleischindustrie beschäftigen.

Vor allem osteuropäische Arbeitskräfte sind als Arbeitnehmer oder (Schein-)Selbstständige für Werkvertragsunternehmen oder Leih-arbeitsfirmen in der Fleischindustrie tätig. Sie arbeiten häufig für Niedriglöhne und leben in unzumutbaren Wohnverhältnissen.
Jahrzehntelang wurde weggeschaut; erst die jüngsten Skandale bei Tönnies und Westfleisch durch die Corona-Fälle haben die Politik endlich zum Handeln veranlasst: Geplant ist ein gesetzliches Verbot von Werkverträgen und Leiharbeit in großen Schlachthöfen.

Zu den Referenten:

Peter Kossen ist Leitender Pfarrer in Lengerich und u.a. Vorstandsmitglied der katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) im Bistum Münster. Peter Kossen wendet sich als engagierter und mutiger Einzelkämpfer seit Jahren gegen die unwürdigen Arbeitsbedingungen, die vor allem durch das System der Werkvertragsvergabe an Subunternehmen entstehen. Er fordert aus christlicher Überzeugung würdige Arbeit. Sein Credo: „Kirche muss den Mut haben, Schwächere zu schützen, auch wenn es Konflikte gibt. Peter Kossen nennt die Missstände beim Namen und spricht von „Sklaverei, Ausbeutung, Menschenhandel mit mafiösen Strukturen und organisierter Kriminalität“. Die Leih- und Werkvertragsarbeiter „werden in Schrottimmobilien untergerbacht und in Ghettos isoliert und diskriminiert. Die Ausgebeuteten werden betrogen und wie Wegwerfmenschen statt Mitbürger behandelt“. Peter Kossen gründete den gemeinnützigen Verein „Aktion Würde und Gerechtigkeit“ e. V. (https://www.wuerde-gerechtigkeit.de), um die Menschenrechtsverletzungen endlich zu beenden. Der Verein betreut Betroffene und ermöglicht ihnen auf Spendenbasis kostenlose anwaltliche Beratung und Begleitung vor Gericht.

Helge Adolphs (Gewerkschaft NGG) hat im August 2015 die Geschäftsführung der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten der Region Münsterland übernommen und hat für mehr als 5 Jahre die Region Südwestfalen als Geschäftsführer geleitet. Aus Sicht der NGG hat die Fleischindustrie und Fleischverarbeitung die Gewerkschaft seit jeher und besonders in diesem Jahr vor wichtige Aufgaben und besondere  Herausforderungen gestellt. Das Thema der Werkverträge ist für die NGG nicht neu und wird gewerkschaftlich und gesellschaftlich diskutiert und in vielen Fällen auch skandalisiert. Aber erst die Corona-Pandemie rückte dieses Thema nun in das breite öffentliche Interesse und zwang die Politik, sich diesem Problem des modernen „Sklaventums“ anzunehmen und gesetzliche Regelungen vorzubereiten und zu schaffen. Die sich aus dem geplanten Gesetz ergebenden arbeitsrechtlichen Veränderungen werden aus Sicht der NGG die volle gewerkschaftliche und gesellschaftliche Aufmerksamkeit erfordern.

 

Noch ein Hinweis:

Für die Veranstaltung wird kein Eintrittsgeld erhoben, aber stattdessen eine Spende für den Verein „Aktion Würde und Gerechtigkeit e. V.“ empfohlen. Spendenkonto: https://www.wuerde-gerechtigkeit.de/mitgliedschaft-spenden

 

Eine Teilnahme ist nur nach vorheriger (online-)Anmeldung mit Angabe aller zur Rückverfolgbarkeit notwendigen Kontakt-daten über das unten stehende Formular möglich.

Detailliertes Programm als pdf

Anmeldung Unwürdige Arbeitsverhältnisse - Der Fall der Fleischindustrie_

Veranstaltungstermin

05.11.2020 ab 19:00 Uhr

(Mehr Informationen hierzu finden Sie über die Menübutton AGB und Datenschutz im Seitenfuß)

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